Postkarte aus Istanbul

Wer Städtereisen unternimmt, weiß auf was er sich einlässt. Schmerzende Füße und bleierne Müdigkeit am Abend gehören auf jeden Fall dazu. Man ist ständig unterwegs und wird von neuen Eindrücken förmlich erschlagen. Womit ich nicht nur die Eindrücke meine, die bewusst aufgenommen werden bei Besichtigung der Sehenswürdigkeiten. Sondern vor allen Dingen die, die scheinbar nebenbei unsere Sinne berühren. Der Junge, der kaum älter als zehn Jahre aussehend, seine Karre mit dem gesammelten Plastikmüll im Galopp die kopfsteingepflasterte Gasse hinabzieht. Oder vielleicht mehr von ihr geschoben wird. Die Katzen, die sich im Rinnstein um ein Stückchen Fleisch balgen. Pärchen, die sich auf einer Bank am Brunnen vorsichtig an den Händen halten. Eine sich streitende Familie. Menschen, die sich erhitzt Luft zu fächern. Kastanienverkäufer. Wasserverkäufer. Der Duft nach frisch gebackenem Brot, und, und, und...
Gestern abend landeten wir nach 19.000 getanen Schritten und gefühlten 100.000 Eindrücken in der Yerebatan Zisterne. Stille umgibt uns. Für Istanbuler Verhältnisse. Man hört das Wasser tröpfeln. Im Hintergrund klassische Musik. Die Menschen unterhalten sich leiser. Dieser Ort hat etwas mystisches. Ein Säulenwald erhebt sich aus dem Wasserreservois. Acht Meter hoch. Sie stützen das viele Jahrhunderte alte Gewölbe. Wir stehen und staunen. Und fühlen uns klein. Solche Augenblicke sind es, die Reisen für mich so wichtig machen. Doch seht selbst...



Kommentare:

  1. Schön, so schön. Ich muss da unbedingt hin. Ich freu mich auf weitere Eindrücke von euch.

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    1. Es ist wirklich grandios :-) Die nächsten Eindrücke gibt es aber erst wenn wir zurück sind. Von unterwegs schaffe ich es irgendwie nicht... muss erstmal alles verdauen. ..

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