Impressionen aus Dublin

Vor einem Monat waren wir einige Tage in Dublin. Ein Familienfest war der Anlass dazu und da drumherum ein paar Feiertage den Kalender zierten (deutsche und irische) haben wir das ganze in einen Kurzurlaub eingebettet. Was sich als Superidee herausstellte.
Der Flug mit Aer Lingus gestaltet sich völlig unproblematisch, obwohl oder vielleicht auch weil wir wegen der Extrakosten sehr gepäckarm reisen. Eine Menge Riesenhandgepäck findet sich im Flieger in den Gepäckablagen. Jeder scheint hier günstig reisen zu wollen. Der Flughafen in Dublin ist insgesamt übersichtlich, nur wer einen Mietwagen gebucht hat, darf sich auf einen Shuttleservice einstellen, denn der Parkplatz der Mietwagenfirmen ist etwas weiter entfernt. Leider ist das mit den Shuttlebussen zumindest an unserem Anreisetag eine etwas langwierige Geschichte, der eine oder andere findet nicht sofort einen Platz in den Bussen und muss einen oder auch mehrere Shuttles abwarten. Wir haben Glück... oder können gut drängeln... Auf den Mietwagen warten wir dann auch noch einmal fast eine dreiviertel Stunde bis er tropfnass endlich auf dem Parkplatz steht, die scheinen irgendwie einen Auto-Notstand zu haben.
Dann aber geht alles problemlos, spätes Frühstück mit Irish Stew und einem wunderbarem Cheddar mit Schnittlauch wartet auf uns, das Guinness ist kaltgestellt und wir werden herzlich empfangen. Später checken wir in unserem Hotel ein und treffen uns Abends im Pub zum Essen und auf ein Pint oder mehr.
Die Familienfeier findet in Maynooth statt, ein kleines Städtchen ein wenig außerhalb Dublins. Den nächsten Tag nutzen wir, um die Hauptstadt der Republik Irland zu erkunden. Es regnet, in Irland nicht unbedingt ungewöhnlich, als wir auf unseren Bus warten. Irritiert stellen wir fest, dass der Fahrpreis in Münzgeld zu entrichten ist und der Busfahrer nicht wechseln kann. Andere Länder, andere Sitten. Doch einige andere Touristen können wechseln. Hurra!
Dublin zu beschreiben ist nicht einfach. Im Stadtviertel Temple Bar findet man noch ein wenig kopfsteingepflasterte, enge Straßen und einen Pub neben dem anderen, aus dem die Musik auf die Gasse schallt. Straßenmusiker, Künstler oder was sich dafür hält, ein Stadtviertel das pulsiert. Es scheint, als wären hier hauptsächlich Touristen unterwegs, doch tatsächlich ist es wohl durchmischter als ich denke.




Doch Dublin ist auch bunt und schrill und jung. 53 % der Bevölkerung ist nämlich unter 35 Jahren. Man hat Mut zur Farbe und zum anders sein.







Alt und neu fügt sich nicht unbedingt immer harmonisch zusammen. Aber das scheint hier niemanden zu stören. Ein wenig vermisst habe ich die wirklich beeindruckenden historischen Gebäude, aber das mag durchaus ein subjektiver Eindruck sein, denn ich habe ja lediglich einen Ausschnitt des Dubliner Stadtbereichs gesehen und bin da sicher auch etwas verwöhnt.


Der Liffey durchschneidet die Stadt in zwei Teile, den angeblich ärmeren Nordteil und den traditionell wohlhabenderen Süden. Wir sind das Flußufer entlang gewandert bis zu den Docklands, die sich in den letzten Jahren wohl rapide verändert haben sollen. Hohe Glaspaläste zieren die Ufer, an denen man inzwischen auf Holzbänken sitzen kann, um auf die Schiffe zu warten, die hier wohl gar nicht bis äußerst selten auftauchen. Bei Flut ist der Wasserpegel nämlich so hoch, dass kein Schiff mehr unter die Brücken passt. Bei Ebbe ist der Pegel dann so niedrig, dass bestenfalls kleine Ruderboote nicht auf Grund laufen würden.




Ein wenig traurig bin ich auch, dass wir die Jeanie Johnson nicht besichtigen können, wir sind einfach zu spät. Die Jeanie Johnson ist der Nachbau eines Segelschiffes, das im 19. Jahrhundert die Menschen, die in ihrer Not Irland verlassen mussten, in die neue Welt nach Nordamerika gebracht hat. Die geführte Tour soll sehr eindrucksvoll sein und dem Besucher das eine oder andere Einzelschicksal der damaligen Passagiere nahebringen . Tja, dazu kann ich hier leider nichts sagen. Das Segelschiff von außen ist allerdings tatsächlich beeindruckend.


Am beeindruckendsten ist mir allerdings unser Besuch der St. Michan´s Church samt ihren Katakomben und den Mumien in Erinnerung geblieben. Hier nochmal ein großes Danke an  Maegwin vom http://altesteine.blogspot.de/. Vor einiger Zeit habe ich dort einen Bericht darüber gelesen und wusste sofort, wenn ich in mal Dublin bin, muss ich genau dahin. Der Bericht darüber folgt in Kürze. Bis dahin erstmal "Slán".




Kommentare:

  1. Dublin stand bisher nicht auf meiner Liste der noch zu besuchenden Städte, aber es sieht doch recht interessant aus.

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  2. Ach! Danke für die Verlinkungen!
    In der "Temple Bar" waren wir auch, hast Du eigentlich auch meine literarische Kneipentour gesehen? Ist auf meinem Bücher-Blog, ich weiß manchmal nicht, wo ich die Posts unterbringen kann.

    http://blattfuerblatt.blogspot.de/2014/05/eine-literarische-kneipentour-durch.html

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