Schweden wie damals - ohne Strom und fließend Wasser...

Habt ihr schon einmal Urlaub auf die ganz einfache Art gemacht? Nein, Camping meine ich nicht. Auf Campingplätzen gibt es in der Regel Sanitärhäuser, die Duschen, Toiletten und Waschbecken auf dem neusten Standart beherbergen. Nein, ich meine Urlaub ohne Strom und fließend Wasser. Eine Toilette, die eigentlich ein Eimer ist, der mit Waldboden bestreut wird. Und hinterher auch dort vergraben wird. Ein Urlaub der besonderen Art.
Wir haben das gemacht. Es ist allerdings schon einige Jahre her. Da sind wir mit Freunden und Familie nach Schweden gefahren, nur für eine Woche, nach Blekinge, irgendwo in der Nähe von Karlskrona. Eine matschige kilometerlange Zufahrt führte durch einsamen Wald bis zu unserem Ferienhaus, in roter Schwedenfarbe gestrichen, mit weißen, leuchtenden Fenstern unterm blauen Himmel auf einer kleinen Lichtung am See. Tatsächlich dachten wir, nachdem wir uns bereits einmal festgefahren hatten, wir wären falsch. Aber dann lag es plötzlich vor uns.
Unten im Haus gab es die Küche mit anschließendem Essraum, ein Wohnzimmer und unter der Treppe eine Art Badezimmer. Also nicht so ein Badezimmer wie ihr es gewohnt seid, nein, ein kleines Tischchen, auf dem ein Krug und eine Schüssel standen und Haken an den Wänden. Und natürlich Kerzen im Halter. Man will ja auch in der Dunkelheit etwas sehen. 
Oben im Haus war der Schlafraum. Über eine knarrende Holzstiege zu erreichen. Und, ja, ihr habt richtig gelesen, es war nur ein Raum. Links und rechts in der Dachschräge waren Butzen, also so kleine Kojen, in denen wir alle Platz fanden- tatsächlich hätten 14 Personen dort hinein gepasst - und man konnte super gemütlich dort schlafen.
Für die Körperhygiene ging man Morgens einen kleinen Pfad hinunter zum See. Mit einem besonderen Bioshampoo konnte man dort ein Bad im kalten Wasser nehmen. Oder gleich eine Runde schwimmen. 

Auf dem Rückweg brachte jeder einen Eimer Wasser mit nach oben. Ihr habt keine Vorstellung wieviel Wasser Menschen so verbrauchen. Anfänglich funktionierten die so wichtigen elektrischen Geräte noch, dank sorgfältig aufgeladener Akkus, aber irgendwann war das vorbei. Und, glaubt es oder nicht, innerhalb kürzester Zeit waren die halbwüchsigen Kinder auf Abenteuersuche im Wald unterwegs. Tauchten stundenlang nicht wieder auf. Fingen an zu schnitzen oder ließen das Boot zu Wasser. Erinnerten sich an Dinge, die sie Jahre nicht mehr gespielt hatten. Holten die Brettspiele aus dem Wohnzimmer ins Freie. Unglaublich!

Und als wüsste das Wetter, dass wir auf Sonnenschein angewiesen sind, schon wegen des täglichen Reinigungsritual im See, schien von morgens bis abends eine zuverlässige schwedische Sonne auf uns herab. Ein Traum!
Es war ein Urlaub der kleinen Freuden. Mit einem Buch auf der Wiese sitzen, während die Bienen sich summend von Blume zu Blume arbeiten. Oder in der Hängematte liegen und die Schäfchenwolken am blauen Himmel beobachten. Abends den Grill anzünden, während sich langsam die Dämmerung herabsenkt. Schwimmen im einsamen See. Niemand zu sehen weit und breit.
Der etwas andere Urlaub. Pause für die Seele. Pause für den Geist. Einmal weg von all der Hektik. Die Perspektive verändert sich. Man besinnt sich der Dinge, die wichtig sind. Ich kann solch eine Urlaubswoche nur empfehlen.



Kommentare:

  1. HejHej, bin gerade über diese Seite gestolpert - wo habt Ihr das Haus gebucht?
    Gruß, Thies

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  2. Hej Mischa, schöner Blog!
    Weißt du noch wo du diese Hütte in Schweden gefunden hast? Sieht super aus!

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  3. Ihr findet das Haus bei schweden-urlaub-hsf.de Haus Nr. 63 Grävlinggarden. 390 € pro Woche. Es ist wirklich ganz toll dort, aber alles ganz einfach

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