N´Abend Hamburg - Blick von der Elbphilharmonie - was für ein Lichtermeer!

Eigentlich sitzt man in letzter Zeit nur noch drinnen. Macht den Fernseher an, schlägt das Buch auf oder macht einfach die Augen zu. Das geht mir zunehmend auf den Wecker. Wenn dann zum Sonnenuntergang ungewöhnlicherweise der Himmel mal blau ist und man denselben (also den Sonnenuntergang, den Himmel allerdings auch...) tatsächlich live miterleben kann, dann wird es Zeit den Hintern endlich einmal hoch zu kriegen. Man kann doch nicht dauernd nur in der Stube hocken.
Los gehts. Bißchen spät, inzwischen funkeln bereits die Sterne am Himmel. Aber immerhin sieht man sie. Scheint irgendwie der richtige Moment zu sein, um sich die Elbphilharmonie, also besser, die Aussicht von der Plaza mal genauer anzusehen. Rein in die Jacke, Schal umwickeln, ab ins Auto und hinein in die schönste Stadt der Welt. Die erstaunlicherweise heute sogar freie Parkplätze vorweisen kann. Wie cool ist das denn?
Karten besorgen, ab durchs Drehkreuz und dann die Rolltreppe hinauf. Irgendein Konzert läuft heute auch, die Konzertbesucher sind aber bereits alle verschwunden und lauschen sicher grad verzaubert den grandiosen Klängen im großen Saal.
Zwei Rolltreppen und man ist oben. Es begrüßt mich roter Backstein, geschwungene Glasfronten und Beton. Bißchen puristisch, das ganze. Also, für meinen Geschmack. Aber soll wohl so sein. Auf alle Fälle fühlt man sich nicht eingeengt. Heute sowieso nicht, denn hier laufen nur noch vereinzelt versprengte Touristen herum. Äh... wo ist eigentlich die Tür? Also die nach draußen? Nicht dass es hier drinnen zu warm wäre, nein, so ein Wintermantel ist hier im Moment durchaus angebracht, aber man will ja auch was sehen. So Aussicht. Ohne diese Plexiglasscheiben oder was auch immer das ist, das da bepunktet und in Wellenlinien die Deckenlichter widerspiegelt.
Das Leben lehrt uns, dass es helfen kann sich an anderen zu orientieren, wenn man nicht weiterkommt. So auch hier. Ein Pärchen kommt, ein wenig verfroren wirkend, an der Seite durch eine vorher nicht als solche erkennbare Tür, die sich wie von Geisterhand öffnet und schließt. Da ist also der Ausgang! Oder der Eingang, je nachdem.
Draußen pustet es ordentlich. Die Lichter der Stadt begrüßen mich von überall, gemeinsam mit den vertrauten Geräuschen des Hafens. Hach, was ist Hamburg doch schön! Hatte ich schon mal irgendwo erwähnt, dass ich meine Heimatstadt liebe? So ein bißchen Lokalpatriotismus darf durchaus sein, oder?
Ich gebe zu, dass mit dem Fotografieren im Dunkeln ist durchaus noch verbesserungswürdig. Aber egal wie scharf so ein Foto auch sein mag, es kommt sowieso nicht an die Wirklichkeit ran. Ihr werdet euch also selbst zur Elbphilharmonie begeben müssen, die Rolltreppen hinauffahren und die Aussicht genießen, während der Wind an euren Haaren oder Röcken zerrt, das Geräusch der  Schiffssirenen in den Ohren, die Hände tief in den Taschen vergraben und die Augen weit offen. Ich bin mir sicher, es wird euch gefallen.
Ich muss auf jeden Fall noch einmal im Hellen dorthin. Am besten bei Sonnenschein. Kommt ja auch manchmal in Hamburg vor.


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